blade*pontoon

Pontons

Im Rahmen des blade*pontoon-Projekts werden Konzepte für künstliche schwimmende Inseln aus ausrangierten Rotorblättern von Offshore-Windparks entwickelt, die den bewohnbaren Raum auf See erweitern könnten.

Der Verbleib der riesigen Blätter in der Anthroposphäre ermöglicht nicht nur eine erhebliche Kohlendioxid-Reduzierung, sondern ist auch nachhaltiger als ihre stoffliche Verwertung, indem die kompletten Rotorblätter für großvolumige Anwendungen wie den Bau von Pontons für schwimmende Inseln, das Entladen von Schiffen, Fischerei- und Seegrasernteanlagen und erneuerbare Energiesysteme wie Solar-, Gezeiten- oder Wellenenergiegeneratoren verwendet werden.  Das blade*pontoon-Projekt stellt sicher, dass wertvolles Wissen, Produktionstechnologie und graue Energie, die in jedem Windrotorblatt enthalten sind, nicht für immer verloren gehen, sondern in ihrem „zweiten Leben“ als schwimmende Häfen und Dörfer aufgewertet werden.

blade*pontoon präsentiert Anwendungsideen und Konstruktionslösungen, die die Langlebigkeit und Leistung eines kompletten Rotorblatts mit minimalen Auswirkungen auf Form und Material effizient nutzen, zum Beispiel um einer künstlichen Insel Auftrieb zu verleihen.

Die Berechnung der Auftriebskraft erfolgt auf der Basis des Rotorblattes Enercon E66.

Der Rotorblatt-Typ wurde zwischen 1995 und 2005 in Windkraftanlagen verbaut und gehört aktuell in Europa zu der vom Rückbau betroffenen Typen-Generation. Ein Rotorblatt ist jeweils 31m lang und hat ein Volumen von 98,8 m3. Die Auftriebskraft und damit die mögliche Tragfähigkeit, beträgt nach Abzug des Eigengewichts 94 Tonnen.

Basierend auf diesen festen Größen entstehen im Projekt blade*pontoon Konzepte für schwimmende Inseln als Bereitstellung von Land-Ersatz für Offshore-Häfen, Lagerung, Evakuierung, t, Siedlung, Energiegewinnung, Agrarwirtschaft und Fischzucht.

Betroffen ist beispielsweise Tuvalu. Wegen seiner abgeschiedenen Lage in Ozeanien ist der südpazifische Inselstaat nur schwer zu erreichen. Auf den neun Inseln von Tuvalu leben nur 11.500 Menschen – vergleichbar mit einer mitteleuropäischen Kleinstadt. Auf dem dicht besiedelten Atoll Funafuti, das zu den neun bewohnten Inselgruppen von Tuvalu gehört, leben etwas über 6.000 Einwohner, rund 60% der gesamten Bevölkerung.

Bereits 1989 setzten die Vereinten Nationen das Land auf eine Liste von mehreren Inselgruppen, die im 21. Jahrhundert aufgrund der globalen Erwärmung im Meer zu versinken drohen. Schon heute sind zwei der neun Atolle Tuvalus fast komplett untergegangen.

Mehr über die Ansätze für Tuvalu: Floating Island

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