
Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt. Ing.
Günther Schuh
Wissenschaftler und Unternehmer für Innovations- und Produktionsmanagement sowie nachhaltige Mobilität. Er vertritt den Ansatz, dass komplexe Zusammenhänge und systemische Innovationen eine wissenschaftliche und unternehmerische Zusammenarbeit erfordern. Vor diesem Hintergrund initiierte er 2005 den RWTH Aachen Campus mit aktuell über 420 Technologieunternehmen. Seit über 30 Jahren beschäftigt er sich mit Fragen des Innovations- und Technologiemanagements sowie der industriellen Produktion. Als Gründer mehrerer Unternehmen treibt er ganzheitlich den Wandel zur neuen Mobilität voran.
Mitglied der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften: acatech.
Günther Schuh sagt…
„Die Upgrade Circular Economy stellt mit ihren zentralen Handlungsfeldern das Produkt in den Vordergrund. Durch eine geeignete Produktarchitektur und kontinuierliche Zustandsüberwachung der Produkte kann in Kombination mit geeigneten Geschäftsmodellen und nachhaltigen Ökosystemen eine wertsteigernde Verlängerung der Produktlebensdauer erreicht werden.“
…und spricht von…
„Die wertsteigernde Kreislauf-Fabrik“
Die fünfte industrielle Revolution hat das Ziel, eine nachhaltige, humanzentrierte und resiliente Industrie zu schaffen, die sowohl Wohlstand als auch Unabhängigkeit sichern kann. Im Zuge dieser Revolution erfährt auch das Wirtschaftsmodell einen radikalen Wandel. Von einer linearen Wirtschaft, welche Economies of Scale fokussiert, führt der Weg über die Kreislaufwirtschaft mit Recyclingfokus hin zur Upgrade Circular Economy. In dieser werden über Upgrades langfristige Wertsteigerungen ermöglicht. Die zentralen Handlungsfelder für diesen radikalen Wandel sind Produktmodularität, digitale Infrastruktur, angepasste Geschäftsmodelle und Sustainable Ecosystems.
Zunächst bildet die Produktmodularität die zentrale Basis für eine wertsteigernde Verlängerung der Nutzungszeit. Diese muss zusätzlich durch ein kreislauffähiges Geschäftsmodell gestützt werden, welches der wirtschaftlichen Realisierung kreislauffähiger Produkte dient. Insbesondere Subskriptionsmodelle, die das Produkt als Leistung vermarkten, bieten große Potenziale, da sie kundenseitig den Nutzen steigern und anbieterseitig Profitabilität gewährleisten. Im Hinblick auf die Wertschöpfungskette, die nunmehr aus Forward und Return Cycle besteht, ist es darüber hinaus essenziell, ein Umdenken in der Zusammenarbeit anzuregen und durch ein Sustainable Ecoystem Kompetenzen zu steigern. Um schließlich eine valide Aussage über die spätere Wiederaufbereitungsstrategie eines Produkts treffen zu können, sind Informationen über dessen Zustand unabdingbar. Die kontinuierliche Zustandsüberwachung der Produkte durch eine digitale Produktakte oder einen digitalen Materialpass ermöglicht es Unternehmen, auf diese Informationen zuzugreifen.



